#1 Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von Hans-Jürgen Bauer 13.08.2013 11:33

Bereits seit Jahren totgesagt, ist die öffentliche Bestellung immer noch aktuell.
Öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen wird, so meine bisherige Erfahrung,
in der Öffentlichkeit eine hohe Qualifikation zugesprochen.

Zertifizierte Sachverständige, wie etwa HypZert oder Sprengnetter Zert geniesen wohl eine geringere Reputation.
Sollte man dennoch einer Zertifizierung den Vorrang gegenüber der öffentlichen Bestellung geben.

Ich stelle dies hier im Forum zur Diskussion
mit besten Grüßen

Hans-Jürgen Bauer
geprüfter Sachverständiger

#2 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von SNF 14.08.2013 21:02

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Das habe ich so nicht festgestellt. Jedenfalls nicht bei Privatkunden. Da kommt es in erster Linie auf das Auftreten des SV und den kompetenten Eindruck an, den er vermittelt. Wenn wir mal ganz ehrlich zu uns sind, müssen wir doch einsehen, dass die Frage, welche Qualifikation denn die richtige sei ein rein gruppeninternes Thema ist.

Und wenn wir denn schon ehrlich zu uns sind, müssen wir uns doch eingestehen, dass die SV-Organisationen für Außenstehende doch ein arges Chaos angerichtet haben.
Da gibt es den guten alten ö. b. u. v. SV - aber nur in Deutschland und in (sehr) ähnlicher Form in Österreich. - Im Rahmen der europäischen Einigung wurde dann als Gegenstück die EU-Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 eingeführt. Dummer Weise haben die öffentlich Bestellten dann damit begonnen, nur ihre Qualifikation als die einzig Wahre darzustellen. Geflissentlich verschwiegen diese aber stets, dass die Zertifizierungsvoraussetzungen nach DIN EN ISO/IEC 17024 identisch sind mit den Bedingungen der öffentlichen Bestellungen. Das könnte man aber noch einem Kunden vermitteln in dem Stil: ö. b. u. v. = bisherige nationale Lösung - EU-Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 = neue europäische Lösung.

Wenn jetzt allerdings HypZert und Andere mit F- / M- / R- / S-Zertifizierung kommen. Dazu kommen allerlei Kursanbieter, die, teilweise nach nur einem Wochenende, ihre Teilnahmebescheinigung hochtrabend "Zertifikat" nennen und manche Absolventen verwenden diese "Zertifizierung" dann natürlich werbewirksam - dann, ja dann ist der bereitwilligste Privatkunde hoffnungslos überfordert.

Ich selber habe an einer Privatschule der Immobilienwirtschaft einen mehrere Monate dauernden Intensivkurs absolviert. Der Lehrplan orientierte sich streng an die Anforderungen der öffentlichen Bestellung. Mit einer Umfang von knapp 600 Unterrichtsstunden übertraf er der entsprechenden IHK-Kurs um ein Mehrfaches - auch von den Kosten her. Die Prüfung entsprach dann allerdings in keiner Weise meinen Ansprüchen an eine Zertifizierung. So mache ich von dem mir als Abschlusszeugnis übergebene "Zertifikat" keinen Gebrauch.

Bei all diesem Wirrwarr haben es natürlich leicht, über die "Zertifizierten" als "minder Qualifizierte" herzuziehen. Davon abgesehen habe ich auch von diesen "öbuvs" schon die gruseligsten Schlechtachten zu sehen bekommen.

Bisher hätte mir eine öffentlich Bestellung keine Vorteile gebracht. Eine EU-Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 allerdings auch nicht.

Viele Grüße aus Berlin
Norbert Faßhauer

#3 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von Jürgen Wegener 15.08.2013 17:06

Grundsätzlich denke ich, dass die Zertifizierung nach DIN/ISO 17024 die Zukunft ist. Nehmen wir an, die neu zu wählende Regierung revidiert den Beschluß der jetzigen Regierung und die BRD setzt EU Recht um, wird es den öbvSv sowie den den zertifizierten SV noch einige Jahre nebeneinander geben.
Jeder Sachverständige der sich nach der Mustersachverständigenordnung verhält, dementsprechend ausgebildet ist und weiterbildet sollte immer kollegialer Respekt entgegengebracht werden.
Das Gerede der zertifizierte oder öbv SV im allgemeinen ist eine Flachpfeife, ist für beide Gruppen nicht zuträglich. Selbst der verbandsgeprüfte SV hat Respekt verdient, da er sich auf die Ochsentour einlässt und bereit ist viel Geld zu investieren für seine berufliche Entwicklung.
Gemeinsam sollte man darauf hinwirken, das es einheitliche Bezeichnungen gibt, vergleichbar mit dem Handwerk.

Verbandsgeprüfter SV = Geselle
zertifizierter/öbv SV = Meister

Allen sollte bekannt sein, das man die öffentliche Bestellung sowie die Zertifizierung nur erlangen kann, wenn man schon einige Gutachten geschrieben hat.

Schöne Gruß
Jürgen Wegener SV auf dem Weg zur Zertifizierung

#4 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von Ralf Kranich 10.05.2014 12:48

Eine Veröffentlichung aus dem Grundbesitz...

#5 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von 10.05.2014 17:30

Der Link ist besser


http://www.sprengnetter.de/send_file.php...er_GE_21-11.pdf

#6 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von Ralf Kranich 18.05.2014 16:01

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Ein - wie ich finde - sehr interessanter und zum Nachdenken anregender Beitrag zum Thema "Wesen und Werk der deutschen Kammern".

Weiter gehts unter: http://www.impulse.de/kammern
und dort am Ende noch unter: Mehr zum Thema

Was bedeutet diese Beurteilung der Kammern in Bezug auf die Akzeptanz und Position der öffentliche Bestellung von Sachverständigen? Was ist Ihre Meinung?

Gruß

Ralf Kranich

#7 RE: Zertifizierung vs. öffentliche Bestellung von residence immobilien 12.09.2016 21:48

www.residenceimmo.it

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